Ratgeber · Vitamine & Mineralstoffe
Magnesiumformen im Überblick: Oxid, Citrat, Bisglycinat, Malat
Magnesium steckt in Nahrungsergänzungsmitteln immer in einer Verbindung – als Oxid, Citrat, Bisglycinat, Malat oder Carbonat. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Magnesium die gängigen Formen rechnerisch enthalten und welche Angabe auf dem Etikett zählt. Er bewertet keine Wirkung und keine Verträglichkeit.
Grundlagen: Nahrungsergänzungsmittel-Etikett lesen – Pflichtangaben und Referenzmengen erklärt
Welche Magnesiumformen gibt es?
Welche Magnesiumverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen, regelt eine EU-Liste, auf die § 3 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung verweist. Darin stehen unter anderem Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat, Magnesiumsalze der Zitronensäure (Citrat), Magnesiummalat und Magnesiumbisglycinat. Der Unterschied zwischen ihnen ist der Bindungspartner – also der Stoff, an den das Magnesium gebunden ist.
„Magnesiumglycinat“ und „Magnesiumbisglycinat“ bezeichnen dieselbe Verbindung: In der Chemie-Datenbank PubChem führen beide Namen zum selben Eintrag.
Wie viel Magnesium steckt in welcher Form?
Laut Verbraucherzentrale unterscheiden sich die Verbindungen vor allem in ihrem Gehalt an elementarem Magnesium. Aus den Molmassen lässt sich berechnen, welcher Anteil einer reinen, wasserfreien Verbindung auf Magnesium entfällt:
| Verbindung | Partner | Mg-Anteil |
|---|---|---|
| Magnesiumoxid | Sauerstoff | etwa 60 % |
| Magnesiumcarbonat | Kohlensäure | etwa 29 % |
| Magnesiumcitrat (Trimagnesiumdicitrat) | Citronensäure | etwa 16 % |
| Magnesiummalat | Äpfelsäure | etwa 16 % |
| Magnesiumbisglycinat | Glycin | etwa 14 % |
| Magnesiumhydrogencitrat | Citronensäure | etwa 11 % |
Rechenweg am Beispiel Magnesiumoxid: Die Molmasse von Magnesium beträgt 24,3 g/mol, die von Magnesiumoxid 40,3 g/mol; 24,3 ÷ 40,3 ergibt etwa 60 %. Rohstoffe enthalten oft Kristallwasser oder sind herstellungsbedingt anders zusammengesetzt; der Anteil im Produkt liegt dann niedriger. Ein Beispiel: Als Dihydrat (mit Kristallwasser) enthält Magnesiumbisglycinat rechnerisch nur noch etwa 12 % Magnesium.
Welche Angabe zählt auf dem Etikett?
Für den Vergleich zählt nicht die Menge der Verbindung, sondern die Zeile „davon Magnesium“. Auf sie bezieht sich auch der Prozentwert der Referenzmenge (NRV); für Magnesium beträgt sie 375 mg pro Tag. Wegen der unterschiedlichen Anteile braucht es laut Verbraucherzentrale zum Beispiel mehr Magnesiumglycinat als Magnesiumoxid, um dieselbe Menge Magnesium aufzunehmen.
Beispiel aus der Herstellertabelle: Magnesium Bisglycinat von Nature Heart nennt je 4 Kapseln 3.000 mg Magnesiumbisglycinat, davon 360 mg Magnesium (96 % der Referenzmenge). Das sind 12 % der Verbindung. Abgeglichen mit der Herstellerseite am 03.11.2026.
Unterscheiden sich die Formen sonst?
Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Magnesium grundsätzlich aus allen Verbindungen aufgenommen werden kann. Organische Verbindungen wie Citrat seien in Studien zwar etwas besser löslich, der Unterschied sei in der Praxis aber kaum relevant; Hinweise zu Magnesiumcitrat seien nicht eindeutig. Eine Rangfolge der Formen leitet dieser Ratgeber daraus nicht ab.
Den direkten Vergleich zweier Formen findest du hier: Magnesiumcitrat oder Bisglycinat – was ist der Unterschied?
Mengen einordnen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als Schätzwert für Erwachsene 350 mg Magnesium pro Tag für Männer und 300 mg für Frauen – aus der gesamten Ernährung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 250 mg Magnesium je Tagesverzehrempfehlung vor und empfiehlt, sie auf zwei oder mehr Portionen am Tag zu verteilen. Das Beispielprodukt liegt mit 360 mg je 4 Kapseln über diesem Vorschlag. Die BfR-Werte sind Vorschläge; verbindliche Höchstmengen gibt es in Deutschland bislang nicht. Kläre die für dich passende Menge im Zweifel ärztlich oder in der Apotheke.
Beispiel aus dem Sortiment unseres Partners
Nature Heart bietet Magnesium unter anderem als Bisglycinat in Kapseln an. Die vollständigen Angaben findest du direkt beim Hersteller:
Magnesium Bisglycinat beim Hersteller (neuer Tab)
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Quellen
- Nature Heart: Magnesium Bisglycinat (Herstellerangaben, abgerufen am 03.11.2026)
- Verbraucherzentrale: Magnesium – was ist zu beachten? · Magnesiumcitrat
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge für Magnesium (2021, PDF)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Magnesium
- § 3 NemV · Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II: Text (freirecht.de) · Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII: Text (freirecht.de)
- Molmassen: PubChem (Magnesiumanteil selbst berechnet)
Stand: 03.11.2026.
Häufige Fragen
Welche Magnesiumform hat am meisten Magnesium?
Rechnerisch Magnesiumoxid mit etwa 60 % in der Reinform, gefolgt von Magnesiumcarbonat mit etwa 29 %. Citrat, Malat und Bisglycinat liegen bei etwa 14 bis 16 %. Für den Vergleich zählt die Angabe „davon Magnesium“ auf dem Etikett.
Ist Magnesiumglycinat dasselbe wie Magnesiumbisglycinat?
Ja. Beide Namen bezeichnen dieselbe Verbindung aus Magnesium und der Aminosäure Glycin.
Welche Magnesiumform ist die beste?
Dazu trifft dieser Ratgeber keine Aussage. Laut Verbraucherzentrale kann Magnesium grundsätzlich aus allen Verbindungen aufgenommen werden; Unterschiede in der Löslichkeit seien in der Praxis kaum relevant.
Wie viel Magnesium darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?
Das BfR schlägt höchstens 250 mg Magnesium je Tagesverzehrempfehlung vor, verteilt auf zwei oder mehr Portionen. Verbindliche Höchstmengen gibt es in Deutschland bislang nicht.
